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Lesben an den Rand gedrängt
Nach einer Studie der gemeinnützigen Dreilinden GmbH und dem Forum für active Philantrophy haben in 2008 von über 16.000 Stiftungen nur
11 lesbisch/schwule/transgender und intersexuelle (LSBTI) Themen gefördert. Es sind insgesamt 47 Projekte gefördert worden. Von dem Gesamtvolumen von 622.200 EUR sind nur 1% !! an lesbische Projekte geflossen, die überwiegende Mehrheit an HIV/Aids Projekte. Wenn Lesbenprojekte gefördert werden, dann in der Regel auch von Frauen-Stiftungen wie "filia" oder dem "Sonntags Club".
Diese Ergebnisse sind erschütternd, zeigen sie doch zweierlei: Erstens, in den Stiftungen ist Antidiskriminierungsarbeit für Lesben und Schwulen nachrangig und zweitens ist dort, wo sie gefördert wird, das Gender Mainstreaming bzw. das Gender Budgeting offenbar noch nicht angekommen. 1 Prozent vom Kuchen ist keinesfalls genug für die Hälfte der Bevölkerung - und die Hälfte der Homosexuellen, Trans-, Inter- und Bi-Menschen!
Mehr zu der Studie finden Sie unter: www.activephilanthropy.org/menschenrechte.html
Constance Ohms
Studie Download (5 MB pdf)
Änderung des Gemeinnützigkeitsrechts seit 1.1.2007:
- Alle gemeinnützige Organisationen sind zur Ausstellung von Zuwendungsbestätigungen berechtigt.
- Die Höchstgrenze für den Spendenabzug liegt nun bei 20% des Einkommens des/der SpenderIn. Es wird nicht mehr zwischen Spenden für "mildtätige" und "besonders förderungswürdigen" Zwecken unterschieden. Daher können beide Zwecke in den Zuwendungsbestätigungen aufgeführt werden.
- Spenden, die die Höchstbeträge übersteigen, können im Rahmen der Höchstbeträge in den folgenden Veranlagungszeiträumen als Sonderausgaben abgezogen werden.
- Die Besteuerungsfreigrenze und die Umsatzgrenze für die Vorsteuerpauschalierung sind auf 35.000 EUR angehoben worden.
- Für Einnahmen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit für eine gemeinnützige oder mildtätige Organisation (z.B. Erstellen einer Broschüre, Betreuung einer Webseite, Beratertätigkeit usw.) ist ein Freibetrag von 500 EUR eingeführt worden.
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Förderung des Ehrenamts
"IHR ENGAGEMENT IST GEFRAGT!"
ANTIDISKRIMINIERUNGSPOLITIK UND ANTI-GEWALT-ARBEIT
Im lesbisch-schwulen Bereich spielt das Ehrenamt seit jeher eine große Rolle, denn viele soziale Strukturen können nur aufrecht erhalten werden, weil es Lesben und Schwule gibt, die sich ehrenamtlich engagieren. Zugleich ist in vielen Bereichen, in denen Lesben und Schwule ehrenamtlich tätig sind, eine Professionalisierung dieser Arbeit notwendig. Der lesbische Bundesverband Broken Rainbow e.V. befasst sich mit Gewalt in Form von Hasskriminalität, in der Lesben Opfer von rechtsradikaler, nationalistischer und lesbenfeindlicher Gewalt werden können und in Form von häuslicher Gewalt, d.h. von Gewalt in lesbischen Partnerinnenschaften.
Die telefonische Beratung von lesbischen Opfern von Hassgewalt und von Opfern und Täterinnen häuslicher Gewalt erfolgt nach Beratungsstandards, in denen die ehrenamtlich engagierten Mitarbeiterinnen geschult werden. Diese Vorbereitung für den Umgang mit Gewaltopfern und Täterinnen häuslicher Gewalt erfolgt in einem Trainingskurs, der an wenigstens 4 Wochenenden stattfindet.
Broken Rainbow e.V. in Frankfurt möchte die Beratungsarbeit fördern und freut sich auf jede engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterin! DieFortbildung für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen in der Beratung findet je nach Bedarf statt.
Aber auch wer sich bundesweit in der Antidiskriminierungspolitik engangieren möchte, ist bei uns herzlich willkommen. In vielen Bundesländern gibt es nach wie vor keine Antidiskriminierungsstellen und in vielen Arbeitskreisen, sei es zu gesellschaftlicher Integration, multikulturellen Gesellschaften usw. wird das Thema "Homosexualität" vermieden. In einigen europäischen Ländern wird der öffentliche Diskurs über Homosexualität mit allen Mitteln unterdrückt, so ist in Litauen jeglicher Aufklärungsunterricht zu Homosexualität an Schulen verboten und es darf kein Informationsmaterial zu Homosexualität in öffentlichen Einrichtungen ausgegeben werden. Auch gibt es im europäischen Parlament einen deutlichen Rechtsruck, so dass es inzwischen ein Europa mit zwei Gesichtern gibt: Dasjenige das für Fortschritt, sozialen Zusammenhalt und den Abbau von Diskriminierung kämpft und dasjenige, das für eine Kriminalisierung von Homosexualität eintritt.
Es gibt viel zu tun - packen wir es an! |
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