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Lesben- und Schwulen Parade in Warschau, 11.Juni 2005
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12.06.2005
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Polen auf dem Weg in die Demokratie oder was der „Ententanz“ mit Menschenrechten zutun hat
Von Constance Ohms
Der nationalkonservative Bürgermeister von Warschau Lech Kazcynski hatte die Lesben- und Schwulen Parade erneut verbieten lassen und das damit begründet, dass wegen einer zur gleichen Zeit angemeldeten Gegendemonstration, u.a. von seiner nationalkonservativen Jugendorganisation, eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestünde.
Zwei der Organisatoren, Tomasz Baczkowski und Robert Biodron, haben angekündigt, ihre staatsbürgerlichen Rechte dennoch wahrzunehmen und sich vor dem Parlament zu versammeln. Eingeladen seien alle, die dies auch tun wollten. Unterstützt wurden sie von der stellvertretenden Premierministerin Polens, Izabela Jaruga-Nowacka, die nicht nur an der Versammlung teilnahm, sondern die Demonstration durch die Stadt hin zu dem berühmten „Zuckerpalast“, einst zu Ehren Stalins erbaut, heute ein beliebter Versammlungspunkt, führte.
Es kamen schließlich ca. 3-5000 Menschen, Lesben, Schwule, Junge, Alte, Punks, Spießer, Heteros. In Warschau ging es bei der Lesben- und Schwulenparade nicht um nackte Ärsche und Federboas, sondern um das demokratische Grundrecht auf Versammlungsfreiheit. Warschaus Bürgermeister hatte aber offensichtlich den Kampfgeist der Lesben und Schwulen Warschaus unterschätzt, und vor allem den, seiner stellvertretenden Premierministerin: Sie sprach deutliche Worte und marschierte in der ersten Reihe. Unterstützt wurde sie dabei von Volker Beck und Claudia Roth. Beide setzen sich sehr für Menschenrechte ein riskieren dabei auch einiges. Denn die Rechten und Nationalisten warfen mit Eiern, schossen mit Feuerwerkskörpern in die Menge und blockierten den Weg. Sie skandierten, „Perverse“, „Pädophile“ und zeigten den Hitlergruß. Es gab Verletzte auf seiten der Lesben und Schwulen, die polnische Presse sprach davon, es sei „Blut geflossen“. Getrennt wurden beide „Lager“, von einem massiven Polizeiaufgebot. Diese hatte und das ist „das Wunder von Warschau“ die verbotene Demonstration beschützt und den Weg frei geräumt für die Lesben, Schwule und deren zahlreichen Unterstützer.
Die Abschlusskundgebung fand am Zuckerpalast statt. Es war dort fast wie in einem Kessel, außen standen die Nationalisten, dann die Kette Polizei und in der Mitte die Demonstranten. Die Nationalisten skandierten ihre menschenfeindlichen Sprüche, zeigten nicht nur den „Effenberg“ sondern auch den Hitlergruß. Aber gerade Warschaus Lesben zeigten viel Humor: Es gab nicht nur Regenbogenbanner zu sehen, sondern auch einige Plakat mit einer Ente: Der Name des Warschauer Bürgermeisters Kazcynski beinhaltet das Wort „Ente“. Mit dem berühmt-berüchtigten Ententanz wurde ihm und seiner antidemokratischen Haltung gedacht und die Ente wurde schließlich aus Warschau geworfen. Meine Heldin aber ist Izabela Jaruga-Nowacka, eine starke Frau, die die für das Recht auf Diversität und für Menschenrechte kämpft. Sie hat Polen am Samstag der Demokratie ein Stück näher gebracht.
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