Broken Rainbow e.V. fordert die Überprüfung der Gemeinnützigkeit christlich-fundamentalistischer Vereine, die Seminare zur Zwangsheterosexualisierung von Lesben und Schwulen anbieten

08.02.2008


Pressemitteilung

Gegen die Zwangsheterosexualisierung von Lesben und Schwulen -

Keine Gemeinnützigkeit für Wüstenstrom e.V. und andere christlich-fundamentalistische Vereine!


Anlässlich der öffentlichen Diskussion um das „Christival 2008“ und das geplante Seminar „Homosexualität verstehen – Chancen zur Veränderung“ hat die Fraktion Bündnis90/Die Grünen eine Kleine Anfrage zu Antihomosexuellen Seminaren und pseudowissenschaftlichen Therapieangeboten religiöser Fundamentalisten an die Bundesregierung gerichtet. (Drucksache 16/7917 vom 24.01.08).

Die Bundesministerin für Familien, Frauen, Jugend und Senioren, Ursula von der Leyen, hat die Schirmherrschaft für das „Christival“ inne. Nach Protesten sagten die Veranstalter das Seminar ab, das vom „Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft“ angeboten war. Dieses Institut, hinter dem die „Offensive Junger Christen“ (OJC) steht, ist für seine antihomosexuellen Äußerungen und Schriften berüchtigt.


Broken Rainbow befürwortet die Anfrage zu den Antihomosexuellen Seminaren und pseudowissenschaftlichen Therapieangeboten religiöser Fundamentalisten.

Seit längerem beobachtet Broken Rainbow, dass in lesbischen Beratungsstellen Frauen Hilfe suchen, die durch eine Beratung unter anderem bei Wüstenstrom e.V. traumatisiert wurden. Diese Frauen waren sich oft ihrer Homosexualität noch unsicher oder durchlebten aufgrund ihrer Empfindungen für Frauen eine Krise. Bei Wüstenstrom erfuhren sie nicht etwa Zuspruch oder Unterstützung beim Coming-out, sondern wurden im Gegenteil einer Art Hirnwäsche unterzogen. Homosexualität sei „therapiebar“, heißt es dort. Den ratsuchenden Frauen wurde eine Behandlung in Form einer „Orientierungshilfe“ zur „Heilung von gleichgeschlechtlichen Neigungen“ angeboten. Wüstenstrom leugnet die Existenz einer homosexuellen Identität und bietet hilfesuchenden Menschen „Hilfen zur Veränderung des Beziehungs- und Selbsterlebens“ an, mit dem Ziel, dass die homosexuelle Orientierung „überflüssig“ wird.

Diese Vorstellungen von Homosexualität verbreitet Wüstenstrom, der jahrelang von den Kirchen finanziert wurde und immer noch als „gemeinnütziger Verein“ eingetragen ist, auch in Lehrmaterialien, die sich an Lehrer der Unter- und Mittelstufe richten und auf diesem Weg in den Unterricht einfließen sollen. Verteilt werden soll das Unterrichtsmaterial in der Schweiz und in Deutschland. Wüstenstrom hofft auf „mutige Lehrer, […] die bereit sind, das Material zu erproben“.

Broken Rainbow fordert, dem Verein, der solch krude und fundamentalistische Position vertritt - Homosexualität gilt längst nicht mehr als Krankheit und wurde vor mehr als 10 Jahren von der WHO aus dem International Classification of Diseases gestrichen – die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. Auch bei anderen Vereinen, die die „Heilung von Homosexualität“ propagieren, sollte unbedingt die Gemeinnützigkeit und Förderungswürdigkeit überprüft werden.



Barbara Peschke
Vorstand Broken Rainbow e.V.


Broken Rainbow e.V.
Kasseler Str. 1a
60486 Frankfurt am Main


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